HYPOXIE - Ein Roadtrip-Thriller

 
Hypoxie-4.jpg

Das erste eigene Buch veröffentlichen ist ein großes Ding.

Doch ich möchte hier gar nicht schreiben, worum es in HYPOXIE geht, denn das findet ihr auf den vielen Seiten der verschiedenen Onlinebuchhandlungen.

Stattdessen möchte ich mit euch einen Sprung zurück in der Zeit machen. Zurück zur Idee. Den langen Weg entlang bis zum Druck. Und euch ein paar Hintergrundinfos zu dem Buch liefern.

Mit dem Bulli die Welt erkunden

Unser T4 Bus hat uns schon viele wunderschöne Momente beschert. Wir haben wunderschöne Ecken erkundet und neue Länder bereist. Aber die Gurke hat uns auch viel Geld gekostet. Denn wenn ich mich recht erinnere, gab es nicht einen Trip bei dem nicht etwas kaputt gegangen ist. Mal war es die Kupplung in Kroatien. Mal der Nehmerzylinder in Cuxhaven. Mal ein neues Ersatzrad.

Doch 2016 wollten wir es wagen. Drei Wochen die iberische Halbinsel abfahren. Wir beide waren vorher noch nie in Portugal. Doch die Bilder aus den sozialen Netzwerken von den Küstenlandschaften, der Farbenvielfalt der Natur, den schroffen Klippen und das Surfpanorama, all das überwältigte uns immer wieder aufs Neue. Wir wollten es selbst erleben.

Und während wir so über die spanischen Straßen fegten, mit herunter gekurbelten Scheiben, um ein wenig Linderung von der Hitze zu bekommen, keimte der Gedanke in mir ein Buch zu schreiben. Ich wollte den Trip mit all meinen Eindrücken festhalten. Doch das allein reichte mir nicht. Da ich selbst unheimlich gerne Thriller und Horrorgeschichten lese, wollte ich auch in diesem Genre Fuß fassen. Jessy erzählte mir beiläufig von einer ihrer größten Ängste und diese Idee sollte schließlich der Grundstein sein. Während der Fahrt, am Strand oder abends beim Essen zubereiten: Wir bauten langsam ein Konstrukt zusammen, erschufen Charaktere und Situationen.

Und glaubt mir, meine Gedanken bescherten mir einige schlaflose Nächte in dem Bus. Nicht nur, weil ich an der Geschichte feilte.

Irgendwann stand der Plot, notiert und zusammen gekritzelt auf einem kleinen Zettel.

Zurück zur Realität und an den Schreibtisch

Als wir zurück in Hamburg waren, musste der Bus wieder einmal in die Werkstatt. Natürlich. Diesmal war es die Zylinderkopfdichtung.

Noch völlig begeistert von dem Trip und unserer Buchidee ging es ans Schreiben. Doch schnell verließ mich der Enthusiasmus. Der Alltag war zurück. Ein 48-Stunden Job fordert einen. Und schließlich gibt es genügend Dinge zu erledigen:

Seine sozialen Kontakte will man auch nicht hängen lassen.
Unzählige Sachen wollen einen abhalten.
Schieben sich in den Vordergrund.
Sind lauter.
Wollen mehr Beachtung.
Und bei einigen Phasen im Schreibprozess schien sogar das Fensterputzen eine bessere Option.

Doch ich wollte dieses Buch schreiben.

Wollte unsere Erlebnisse, wollte die Orte festhalten. Also schrieb ich.

Immer wieder.

Nach Feierabend.

Während der Arbeit zwischen den Einsätzen.
Mal Wochen lang nicht.
Mal Nächte durch.
Ich schrieb.
Ich löschte.
Kam nicht weiter.
War davor aufzuhören.

Wofür überhaupt? Um einer von Zehntausenden zu sein, die in diesem Jahr ihr Buch auf den Markt brachten? Für Geld? Welches überhaupt? Ich würde so viel in all das stecken, dass sich das niemals rechnen würde. Nein, ich wollte einfach eine Sache zu Ende bringen. Denn ich bin gut im Aufschieben. Im Anfangen und liegen lassen. Aber dieses Mal nicht.

Der letzte Satz - und dann?

Und irgendwann war es soweit. Die Geschichte war fertig. Der letzte Satz war geschrieben. Und ich war überglücklich.

Und wäre Jessy nicht, dann wäre dieses Buch ein Desaster geworden. Sie hat mich gezwungen es wieder und wieder zu lesen. Fehler auszumerzen, Textteile zu hinterfragen. Glaubt mir: Ich konnte meinen eigenen Text nicht mehr lesen.

Also ging die Story raus an einige Testleser, für deren Input ich mehr als dankbar bin. Also wieder ran an den Text. Streichen, ersetzen, ausschmücken.

Durch Zufall bekam ich den Kontakt zu einem Lektor. Denn wenn ich schreibe, dann bin ich im Fluss. Ich schreibe um all das aus meinem Kopf zu bekommen. Ich achte nicht auf Zeichensetzung. Ich versuche nicht jeden Satz möglichst literarisch klingen zu lassen. Und manchmal vergesse ich, was ich gestern geschrieben habe und heimlich schleichen sich Sinnfehler ein.

Die Nordsee ist nie zu kalt, um dort Bilder zu machen, oder?

Während der Text also korrigiert und lektoriert wurde, versuchten Jessy und ich das Coverbild zu schießen. Ich hatte da so eine Idee im Kopf (und Jessy ist ganz zufällig Fotografin).

Schauplatz: Pellworm. An einem Tag war der Himmel zu sehr mit Wolken bedeckt, an einem anderen Tag regnete es wie aus Eimern und der Wind peitschte das Wasser auf.

Während sich Jessys Eltern und ihre Schwester eingemurmelt dem Wetter aussetzten, und uns für völlig bescheuert hielten, versuchten wir einen Handstand unter Wasser. Immer und immer wieder.
Der jeweils Andere versuchte dabei nicht die teure Kamera in der Nordsee zu versenken. Völlig durchgefroren beendeten wir irgendwann unser Shooting - in der Hoffnung das passende Bild zu haben. Und tatsächlich war genau eines davon perfekt.

Wir hatten also einen mittlerweile korrigierten und lektorierten Text.
Wir hatten das Coverbild.
Und ich wusste von Anfang an, dass ich über den Self-Publishing Verlag Books on Demand veröffentlichen möchte. Die Firma hat, wie auch mein Arbeitgeber, ihren Sitz in Norderstedt und ich wollte möglichst regional bleiben. Auch war mir BoD bereits ein Begriff durch frühere Recherche.

Plötzlich ging alles ganz schnell. Jessy entwarf weiter das Cover. Eine Freundin illustrierte eine kleine Grafik. Der Text wurde dank Buchsatz aufgehübscht. Alles wurde hochgeladen und pünktlich zur Frankfurter Buchmesse lagen die ersten Exemplare am BoD Stand.

Die ersten Bestellungen trafen nach und nach ein, und während wir gerade im Urlaub sind, lesen wir die ersten Rückmeldungen und Rezensionen. So viele feine Menschen haben mir geholfen meinen Traum zu verwirklichen und ich bin mehr als dankbar für diese Möglichkeit und all ihre Unterstützung.

Hypoxie.jpg

In HYPOXIE steckt so viel von mir und dennoch habe ich mich neu entdeckt während dieses Prozesses. Ich habe so viel Neues erfahren. So viel dazu gelernt. So viele Kontakte geknüpft.

Schreib das Buch, was Du immer lesen wolltest.

Und es ist ein Satz von einem Vortrag der Frankfurter Buchmesse, der all das auf den Punkt bringt. „Schreib das Buch, was Du immer lesen wolltest!“

Es wird Dich Zeit und Nerven kosten. Vielleicht verärgerst Du Menschen aus Deinem Umfeld, weil Du ihnen etwas vorziehst. Du wirst Fehler machen. Wirst aufgeben wollen. Es wird Phasen geben in denen Deine Geschichte Dich abschreckt, wie Knoblauch Vampire. Leute werden Dich kritisieren. Und ja: Es ist nur ein Buch von vielen. Nur eine Geschichte. Vielleicht ist sie nichts neues. Vielleicht wirst Du kein Geld damit verdienen. Vielleicht sind die Bewertungen schlecht. Aber: Du hast ein Buch geschrieben. Es ist DEIN Buch. Und HYPOXIE ist meines.

Also viel Spaß beim Lesen.


Hypoxie / Alexander Lass / BoD - Books on Demand / 2018 / 192 Seiten / ISBN: 978-3-744-88593-5 / Paperback 9,99€ / Online kaufen*


*Affiliate-Link. Durch den Kauf über diesen Link entstehen für dich keine Mehrkosten. Wir erhalten dafür eine kleine Provision, von der wir zum Beispiel die Serverkosten für diesen Blog bezahlen können.