SCYTHE - Neal Shusterman

 
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"Es tut mir Leid, aber ich werde Sie jetzt nachlesen."

Stell dir vor, alle Krankheiten wurden besiegt.
Stell dir vor, du kannst nicht mehr sterben. 
Stell dir vor, du kannst dein Alter immer wieder zurück setzen lassen. 
Und dennoch wird jemand über dein Schicksal entscheiden müssen, weil die Welt langsam an seine Grenzen stößt - weil nicht unendlich viele Menschen auf einem Planeten leben können.
Weil irgendwann der Zeitpunkt gekommen ist.

Die Reihe von Neal Shusterman ist eine, die einen noch lange Zeit begleitet und die bei mir recht viele Frage aufgeworfen hat: "Ja, wie wäre es denn eigentlich? Wenn wir das Sterben besiegt hätten, nicht mal ein Sprung von einem 20 Meter Hochhaus uns umbringen könnte? Wenn wir immer wieder zurück geholt werden würden? Wie wäre das?" 

Der Gedanke daran, mit 80 irgendwann nicht nur sagen zu können "Ach, jetzt würde ich gerne nochmal wie 20 aussehen.", sondern auch fähig zu sein, es umzusetzen, ist verrückt. Und ich bin mir sicher, dass diese Möglichkeit sehr verlockend sein könnte.

“Yesterday you were gods. Today you are mortal. Your death is my gift to you.
Accept it with grace and humility.”

Und eben genau dieses Gedankenkarussel wird von Neal Shusterman angeregt und lies mich eine Seite nach der nächsten weiterblättern, hektisch, süchtig nach mehr und mit fokussiertem Blick.

In den Büchern finden wir uns in einer dystopischen Welt wieder, in der die Menschen und ihr Dasein, ihr Handeln, durch eine künstliche Intelligenz überwacht wird: dem Thunderhead.
Dieser sorgt nicht nur dafür, dass "nichts schief läuft", sondern tut alles, damit es dem Planeten Erde gut geht.

Was diese Intelligenz allerdings nicht steuern kann, ist das Sterben der Menschen. Immerhin hat der Thunderhead dafür gesorgt, dass alle möglichen Gefahren aus dem Weg geräumt wurden. Dennoch, und das können wir uns alle nur zu gut vorstellen, ist irgendwann einfach "Schicht im Schach". Der Planet hat nicht unendlich viel Platz für die Menschheit und aus diesem Grunde muss es eine Balance geben: in diesem Fall die Scythe - die Hüter des Todes.

Diese auserwählten Menschen sind die neue "natürliche Nachlese". Sie entscheiden, mal nach bestimmten Kriterien und mal völlig wahllos und impulsiv, wer als nächstes sterben muss.

Ein Gutes hat es allerdings für die Hinterbliebenen: Sie sind für ein Jahr immun gegen eine Nachlese und können sich für 365 Tage in Sicherheit wiegen.

Selbst beim Schreiben dieser Rezension bekomme ich wieder Gänsehaut und bin sehr froh, dass uns beiden diese Reihe in die Hände gefallen ist.

Neal Shusterman lässt einen nachdenken, fassungslos mit dem Kopf schütteln und hat eine dystopische Welt erschaffen, die ich so zuvor noch nicht gelesen habe.

Du hast Lust auf eine Welt, die vielleicht nicht mal allzu weit von unserer Zukunft entfernt liegt?
Du suchst eine spannende Reihe, die perfekt in den Herbst passt? Dann bleibt mir nur zu sagen: Fang mit diesen Büchern an!


1. Band: Scythe - Die Hüter des Todes * 
2. Band: Scythe - Der Zorn der Gerechten * 
 

Scythe - Die Hüter des Todes / Neal Shusterman / Walker Books / Fischer Sauerländer / September 2017


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